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| Manfred Zwiener mit zwei ausländischen Stuten der Maître de Plaisir Berlin - Karlshorst / 29.01.2010 |
»Christiansen-Stable« entführt durch Meadow Bes und Fitou zwei Schleifen in den Norden / Upcoming River joggt zum Sieg / Doppelsturz von Bernd Nebel und Ischtvan (mw) - Karlshorst, Freitag, 29. Januar 2010. Zu beneiden waren die Männer von der Bahninspektion dieser Tage wirklich nicht. Immerhin schafften sie es, bei Temperaturen, die bis Mittwoch im zweistelligen Minusbereich lagen, eine halbwegs gut befahrbare Winterpiste zu basteln - dann kamen der Wärmeeinbruch auf um die 0° sowie ab Freitagnachmittag ein Regen-Schnee-Gemisch vom Himmel, das fast über die gesamte Veranstaltung anhielt und aus der Wuhlheider Bahn ein schwierig zu befahrendes Terrain mit erhöhten Anforderungen an Kondition und Trittsicherheit der Vierbeiner machte. Bei unsicheren Berliner Straßenverhältnissen war es schließlich kein Wunder, dass Besuch und entsprechend Bahnumsatz enorm litten und der 2.000-Euro-Schnitt vor Ort deutlich verfehlt wurde. Noch zwei weitere ausländische Girls schlugen zur schneeumtosten Siegerehrung auf, wofür jeweils der Karlshorster Bahnchampion verantwortlich zeichnete. An Bara Rita, die nach knapp 500 Metern auf die Pole Position gesprintet war, wagte niemand sein Mütchen zu kühlen, und so konnte die Schwedin auch beim vierten Start ihrer Laufbahn die verdienten Honneurs entgegennehmen. Die »Nummer 1« des Traber-Journals bescherte mit 11:10 auch die niedrigste Siegquote des Abends und könnte, so die Befürchtung Manfred Zwieners, demnächst in ihrem Geburtsland auch mal lukrativere Rennen ins Visier nehmen. »Schöner wäre es natürlich, bliebe sie mir erhalten, denn sie dürfte sich weiterhin zu einer echten Leistungsträgerin entwickeln.« Vielleicht hin zu den Sphären einer Violet Hall, die beim 15. Anlauf ihren bereits 9. Sieg schaffte. Mit der ins polnische Geburtenregister eingetragenen Braunen ließ sich der 3.297-Siege-Mann lange Zeit und sich Voila und Ygor Victory an der Spitze austoben. Als er die Fünfjährige nach einer Runde ernsthaft ins Gefecht warf, stand die Konkurrenz rasch auf verlorenem Posten. Im Schlussbogen noch einmal hinter Ygor Victory einparkend, machte die Spotlite Lobell-Tochter die Socken auf der Zielgeraden richtig scharf und entfleuchte dem Holländer auf überaus locker herausgelaufene fünf Längen. Noch viel simpler versah es Uwe Stamer mit seiner Neuerwerbung Upcoming River im einleitenden Amateurfahren, der wie zwölf Tage zuvor in Mariendorf sofort in Front donnerte und dort ein Tempo vorlegte, dem keiner der gewiss nicht schlechten Konkurrenten auch nur annähernd gewachsen war, womit der Reigen der vier Ausländersiege - der Uxer-LB-Wallach ist in den Niederlanden zur Welt gekommen - eröffnet worden war. Zwei der vier deutschen Sieger kamen aus dem Quartier von Heiner Christiansen, womit sich die rund 450 Kilometer weite Anreise des Ostenfelders wenigstens halbwegs gelohnt haben dürfte. Der Chef selbst kochte zuerst, und zwar mit Meadow Bes die Führungsspielerin Milva Kavenga ab, die sich trotz zäher Gegenwehr mit dem Ehrenplatz vor Stallkameradin Elinore begnügen musste. Für den zweiten Trainerpunkt hängten sich Christiansens »erster Mann« Wladimir Gening bzw. Fitou in die Sielen, die in einem ungewöhnlich abwechslungsreichen Rennen mit vielen Führungswechseln ab dem zweiten Bogen kurzfristig und Mitte der Gegengeraden für immer das Kommando übernehmen sollten. Sah es noch Mitte der Zielgeraden so aus, als solle Fitou nicht genügend Puste haben, um den Schlussakkord von Louise Fonix zu parieren, so legte der zähe Wallach doch immer wieder zu und erteilte auch der spät, dafür umso nachhaltiger auf Touren kommenden Finnen-Combo Emil Crown/Jorma Oikarinen eine kämpferische Abfuhr. Kein Renntag ohne einen Sieg von Marisa Bock sollte es auch heute heißen. Für die bundesdeutsche Tabellenführerin schlug es mit Dancer Joy 13 (Treffer in 2010), denn der Riemekasten-Trotter, einst unweit der Wuhlheide auf Gestüt Prieros geboren, nahm sich durchweg Don’t Touch zur Zielscheibe, folgte dem Schweden auf Schritt und Tritt und bekam ihn trotz geharnischter Gegenwehr Mitte des Einlaufs sicher in den Griff. Eigentlich hatte das Triumvirat Bock/Matzky/Riemekasten einen zweiten Erfolg schon sicher im Sack, denn kaum jemand zweifelte daran, dass die mit erklecklichem Vorsprung die finale Gerade in Angriff nehmende Day Ventury als Siegerin hochgezogen werden würde. Doch erstens kommt es manchmal anders... In dem Maße, wie der Rappstute die letzten Schritte schwerer und schwerer wurden, kam Herana aus dem Mittelfeld immer besser auf Touren, und Trainertochter Joana Klein schaffte es tatsächlich noch, die Hellbraune für die Kasse ihres Vaters an der 13:10-Favoritin vorbeizuwuchten, womit sie beim fünften Anlauf die Maidenschaft ablegte. |
